19. Januar 2012

Rostock braucht Dich! Positionen zur wirtschaftlichen Entwicklung Rostocks

Foto: Erik Sommer / pixelio.de

Die Rostocker Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Infolge einer positiven Konjunkturlage der bundesdeutschen Wirtschaft sowie aufgrund richtiger Entscheidungen in der Stadt.

Rostock ist eine Hafen- und Universitätsstadt. Zu den Standortvorteile mit denen wir in der Vergangenheit werben konnten, gehörte auch ein gutes Fachkräftepotenzial. Motivierte Arbeitskräfte, die gut ausgebildet und leistungsfähig waren und Treue zu ihrem Unternehmen empfanden.

Außerdem konnte in Rostock Qualität zu günstigen Preisen erzeugt werden. Die Lohnentwicklung im Osten Deutschlands hat sich stark vom Rest der Bundesrepublik unterschieden. Hinzu kamen kürzere Wege, denn Produzieren direkt an den Verkehrsknotenpunkten, das spart Zeit und Geld.

Die Rostocker Universität hatte sich früh an die Unternehmen der Stadt angepasst. Mit ihren Profillinien hat sie sich ganz auf die Zukunftsbranchen der Rostocker Wirtschaft eingestellt. Zum gegenseitigen Vorteil. Wissenschaft und Forschung fließen am Standort in die Produktion und Entwicklung von modernen Gütern ein.

Und nicht zu vergessen, die hohe Lebensqualität in Rostock hat viele Unternehmen überzeugt, sich am Standort anzusiedeln. "Arbeiten, wo andere Urlaub machen!" Das wirkte!

Nicht stehen bleiben - nach vorn schauen!

Wesentlich für die Rostocker Wirtschaft ist das maritime Rückgrat. Das muss weiter gestärkt werden. Ein Industriearbeitsplatz schafft 3 drei weitere. Deshalb muss eine behutsame Hafenerweiterung ins Auge gefasst werden. Allerdings muss diese am tatsächlichen Bedarf orientiert werden. Es gilt, zuerst die vorhandenen Flächen vernünftig auszunutzen. Bei konkreten Nachfragen von Unternehmen müssen die Anwohnerinnen und Anwohner in Planungen rechtzeitig eingebunden werden. Auch die Belange des Umwelt- und Naturschutzes sind abzuwägen.

Inwieweit es sinnvoll ist, die Hafenumschlagsgesellschaft wieder in kommunale Hände zu holen, hängt vor allem vom Kaufpreis ab. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis muss in einem annehmbaren Verhältnis stehen. Ein Rückkauf steht auf meiner Prioritätenliste nicht an erster Stelle, auch wenn es immer sinnvoll ist eine Re-Kommunalisierung zu prüfen.

Eine gute Anbindung an den Rostocker Wirtschaftsstandort wird auch durch den Flughafen gewährleistet. Es ist völlig unverständlich, dass sich die Landesregierung noch nicht zu einem starken Landesflughafen in Laage bekannt hat. Hier muss die Rostocker Politik und auch die Oberbürgermeisterin weiterhin Druck entfalten. Soll der Flughafen für EinwohnerInnen und Touristen interessanter werden, muss auch der Shuttle-Service verbessert werden.

Neben der Industrie spielt der Dienstleistungssektor in Rostock eine große Rolle. Rostock wird immer älter. Deshalb werden Angebote im Sozial- und Gesundheitsbereich wichtiger werden. Bei diesen Arbeitsplätzen handelt es sich vor allem um Frauenarbeitsplätze. Diese sind trotz der hohen physischen und psychischen Anforderungen schlecht bezahlt und haben familienunfreundliche Arbeitszeiten.

Gemeinsam mit den Unternehmen für Wertschätzung dieser Arbeit zu werben, scheint mir ein zentrales Thema zu sein. Wenn von der Gesellschaft anerkannt wird, dass die Arbeit, die dort verrichtet wird ebenso anspruchsvoll ist, wie die in einer Werft, dann wird sich auch im Lohngefüge etwas tun.

Von der Stadt Rostock müssen familienfreundliche Bedingungen mit den Unternehmen geschaffen werden. Kinderbetreuung auch in den Randzeiten ist dabei ein Stichwort.

Sowohl für Industrie als auch Dienstleistung, bei Neuansiedlung und bei den Bestandsunternehmen wird es eine besondere Herausforderung geben. Den Fachkräftebedarf. Schon jetzt konkurrieren die Unternehmen um qualifizierte Fachkräfte. Das wird weiter zunehmen. Wir müssen gemeinsam für unsere Stadt werben.

Ich möchte mit den Unternehmen eine Kampagne "Rostock braucht Dich!" entwerfen. Dabei soll es sowohl um eine gemeinsam Außendarstellung gehen. Es soll aber auch konkrete Angebote geben. Von guten Ausbildungsplätzen, über Angebote für flexible Kinderbetreuung, hin zu attraktiven Wohnangeboten, betrieblicher Weiterbildung und Angeboten der Gesundheitsvorsorge. Das geht nur gemeinsam. Eine solche Idee weiterzuentwickeln, dazu lade ich alle Akteure ein.